Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Kunde betritt Ihren Laden - aber niemand sieht ihn. Er schaut sich um, prüft die Preise, vergleicht Produkte. Und verschwindet wieder, ohne dass Ihr Personal ihn bemerkt hat. Genau das passiert in Online-Shops weltweit: Neue KI-Crawler durchsuchen das Web, verstecken sich dabei aber als ganz normale Nutzer.
Neben klar gekennzeichneten Crawlern wie GPTBot oder ClaudeBot gibt es KI-gestützte Agenten und Browser, etwa ChatGPT Atlas oder Agenten-Funktionen, die Websites im Auftrag von Nutzern aufrufen. Solche Zugriffe können mit gewöhnlichen Browser-Kennungen erfolgen - Chrome unter Windows, Safari auf dem iPhone - und tragen dann keine typische Bot-Bezeichnung im User-Agent. Für herkömmliche Analyse-Tools sind sie deshalb schwer von menschlichen Besuchern zu unterscheiden. Wer nur auf deklarierte Bots schaut, sieht also nur einen Teil der KI-Zugriffe auf die eigene Website.
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Klassische Crawler-Erkennung basiert auf dem User-Agent. GPTBot und ClaudeBot identifizieren sich klar, und mehrere Anbieter veröffentlichen zusätzlich die IP-Bereiche ihrer Crawler. Agenten, die mit einer normalen Browser-Kennung arbeiten, lassen sich so nicht erfassen. Server-Logs zeigen dann zum Beispiel nur "Chrome-Nutzer aus den USA". Hinweise können andere Merkmale liefern, etwa Herkunftsnetze, Zugriffsmuster oder technische Eigenschaften der Anfrage - eine eindeutige Zuordnung ist aber nicht in jedem Fall möglich.
Wer weiß, welche KI-Systeme die eigene Website besuchen, kann gezielter optimieren. Fehlen diese Daten, bleibt offen, ob und wie oft KI-Systeme Inhalte abrufen und welche Seiten sie besonders interessieren. Diese Informationen helfen bei der Priorisierung einer GEO-Strategie - etwa um zu prüfen, ob wichtige Seiten überhaupt erreicht werden.
Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden. Erstens deklarierte Crawler wie GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot oder PerplexityBot: Sie nennen sich im User-Agent und lassen sich zusätzlich über veröffentlichte IP-Listen der Anbieter verifizieren. Zweitens nutzerinitiierte Abrufe wie ChatGPT-User oder Perplexity-User, die eine Seite laden, weil eine Person im Chat danach gefragt hat - auch sie sind in der Regel gekennzeichnet. Drittens Agenten und KI-Browser, die mit einer gewöhnlichen Browser-Kennung arbeiten. Diese dritte Gruppe ist am schwersten zuzuordnen; hier helfen nur Indizien wie Herkunftsnetz, Timing und Zugriffsmuster, und Fehlzuordnungen sind möglich.
Ohne zusätzliche Software können Sie einen ersten Überblick aus Ihren Server-Logs gewinnen. Filtern Sie die Zugriffe nach bekannten KI-User-Agents wie GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot und PerplexityBot. Prüfen Sie anschließend, ob die IP-Adressen zu den veröffentlichten Bereichen des jeweiligen Anbieters passen - gefälschte User-Agents sind verbreitet. Interessant ist dann, welche Seiten abgerufen werden, mit welchem Statuscode und wie oft. Fallen wichtige Seiten mit Fehlercodes oder Weiterleitungsketten auf, ist das ein konkreter Ansatzpunkt. Viele Hosting-Anbieter stellen die Logs im Kundenbereich zum Download bereit.
Auch wenn sich nicht jeder KI-Zugriff zuordnen lässt, profitieren alle davon, wenn Ihre Website gut lesbar ist. Liefern Sie wichtige Inhalte im HTML aus, statt sie erst per JavaScript nachzuladen. Halten Sie Ladezeiten kurz und vermeiden Sie Weiterleitungsketten. Prüfen Sie, ob Bot-Schutz oder CDN-Einstellungen bekannte KI-Crawler ungewollt aussperren. Und sorgen Sie dafür, dass Preise, Leistungen und Kontaktdaten als Text vorliegen. Diese Maßnahmen verbessern die Lesbarkeit für deklarierte Crawler, für Agenten mit Browser-Kennung und für menschliche Besucher gleichermaßen.
Nicht jeder KI-Zugriff gibt sich als Bot zu erkennen. Wer neben deklarierten Crawlern auch weitere Merkmale auswertet, erhält ein deutlich vollständigeres Bild. Beconova kombiniert dafür mehrere Erkennungsebenen - eine lückenlose Erkennung aller KI-Zugriffe ist technisch allerdings nicht möglich.
GEO Score kostenlos prüfenMarvin Malessa
Gründer, Beconova
Gründete Beconova 2025 in Deutschland, um Shops und Dienstleistern den Weg in KI-Suchmaschinen zu öffnen. Schreibt über GEO, KI-Sichtbarkeit und die Zukunft der Suche.
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